Wozu dient das Herrmann Brain Dominance Instrument® (kurz: HBDI®)?

Wir alle sind auf unsere Weise einzigartig, auch in der Art zu denken, zu interpretieren, zu kommunizieren und zu handeln – und das ist gut so. Und wenn wir auf Menschen treffen, die unserem Denkstil entsprechen, dann finden wir leicht einen Draht zueinander. Wir fühlen uns irgendwie auf der selben Wellenlänge. In der Zusammenarbeit geht dann alles leicht von der Hand – aber was, wenn wichtige Aspekte unerkannt und so auf der Strecke bleiben?

Interessant wird es, wenn wir es mit einem Gegenüber zu tun haben, das anders tickt. Im besten Fall finden wir Gefallen daran eine neue Seite kennen zu lernen. Vielleicht können wir eigene Gedanken, Ideen, Präsentationen dann um diese neue Perspektive ergänzen. Oder, wir können Pläne verfeinern indem wir gestellte Fragen, an die wir vorerst gar nicht gedacht hatten, einarbeiten können. Aber wie kann ich wissen, welche Gedanken mir selbst meistens nicht kommen?

Im schlechtesten Fall finden wir die Fragen und Bemerkungen aber gar nicht hilfreich und reagieren gekrängt, verärgert oder ungeduldig. Wir fühlen uns unverstanden, vielleicht auch nicht wertgeschätzt. In solchen Fällen entstehen Spannungen zwischen Personen, in Teams oder in Firmen. Und diese können sehr hinderlich sein, wenn es um Zusammenarbeit, Teamperformance oder um Innovation geht. Aber auch in der Kommunikation mit Patient*innen, Kund*innen, mit Partnern vergeben wir leicht die Möglichkeit unserem Denkstil gehör zu verschaffen und von den Präferenzen anderer zu profitieren. Wie können wir also Diversität ideal nützen?

Das Herrmann Brain Dominance Instrument®, oder kurz HBDI®

Eine Antwort auf diese Fragen gibt das HBDI®. Es handelt sich dabei um einen Fragebogen, der strukturiert abfragt, wann wir gewisse Denkweisen anderen vorziehen. Aus den Antworten ergeben sich 4 große Gruppen, die unsere Denkpräferenzen einfach verständlich zusammenfassen.

Die 4 Quadranten des HBDI®

Als Resultat bekommt man sein eigenes Profil zu sehen und es wird klar, warum man immer die Fragen stellt, die man eben stellt. Oder, warum man auch immer wieder gewisse Sprichwörter oder Phrasen verwendet. Plötzlich erkennt man, warum ein chaotischer Arbeitsplatz gar kein Problem für einen persönlich darstellt, aber auch warum die Kollegin/der Kollege nebenan davon total genervt ist. Man lernt sich auf sein Gegenüber besser einzustellen. Das heißt aber nicht, dass es ein Ziel wäre sich zu verändern, oder gar zu “verbessern”. Es geht aber darum, ein Kommunikationstool in seinen beruflichen Methodenkoffer zu legen, welches benutzt werden kann, wenn man es braucht.

Hat man über die eigenen Präferenzen gelernt, schafft man sich selbst Handlungsoptionen:

  • Ich hätte eine wichtige Botschaft in eine bildhafte Metapher verpackt – aber ich merke mein Gegenüber fragt nach Zahlen/Daten/Fakten – und die habe ich noch nicht verfügbar.

    Ein Beispiel: Ein Geschäftsführer möchte seinen Kompanion für eine seiner neuen Idee begeistern – und er zeichnet im gemeinsamen Gespräch ein tolles Bild, vom Kundenraum, dem Logo, der Farbenwelt. Sein Partner aber wigelt ihn ab mit den Worten: “Kannst Du nicht einmal konkret werden und klar sagen was wir machen werden, wie viel das kosten wird und welchen Umsatz Du Dir erwartest?” Beide möchten das Gleiche, aber ihre Präferenzen liegen auseinander. Würden sie um ihren Denkstil wissen, könnten sie ihre Kommunikation so anpassen, dass sie gemeinsam an dieser Innovation effektiv arbeiten könnten.

  • Umgekehrt, wäre ich sehr detailorientiert und hätte Spaß an Prozessen und der Umsetzung von Dingen, so würde ich mich für alle Eventualitäten vorbereiten und mit einer sehr genauen Präsentation an mein Publikum herantreten.

    Ein Beispiel: Ein Arzt möchte seine Patient*in besonders gut aufklären und hat alle Details gut vorbereitet. Es gibt Zeichnungen, sogar ein Video, welches man sich vor der Aufklärung im Internet ansehen kann. Sein Gegenüber interessiert sich aber nur für eine Frage: “Wer wird sich während meiner Untersuchung um meine Frau kümmern, denn sie macht sich ganz fürchterliche Sorgen.” Die Details waren also gar nicht wichtig.

Unsere Einzigartigkeit ist also kein Zufall. Vielmehr folgt sie gewissen Mustern. Diese Muster bei sich selbst zu kennen bedeutet mehr Verständnis für die Präferenzen anderern zu entwicklen, aber auch die Möglichkeit sich ganz bewußt darauf einzustellen. So fällt es leichter mit als “schwierig” empfundenen Vorgesetzten zurecht zu kommen, mit Kolleg*innen in Teams effektiver zusammenzuarbeiten, Mitarbeiterführung mit geeigneten Tools professionell anzugehen und Nachrichten klar verständlich zu kommunizieren. Interessant? Schicken Sie mir eine Nachricht für mehr Informationen!

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