Was ist das Herrmann Brain Dominance Instrument (HBDI®)?

Ned Herrmann entwickelte einen Fragebogen mit ca. 120 Items. Im Rahmen der Evaluierung vergeben die Nutzer ca. 296 Punkte. Deren Verteilung ergibt ein Profil welches auf einer Multiskala dargestellt wird. Die Grundform des Profils bleibt auch bei mehrmaligem Ausfüllen und über die Zeit stabil. Starke Einschnitte in der Lebensgeschichte (Life events) können jedoch auch hier grundlegende Änderungen bewirken.

Das Instrument fragt Präferenzen ab und bildet diese im Ergebnisbogen grafisch ab. Es werden auch das Verhalten unter Druck, bevorzugte Arbeitsweisen, Tag/Nacht Rythmus und ähnliche Attribute erfasst. Der gesamte Fragebogen basiert auf eigenen Angaben (self-assessment).

Mit dem HBDI® Profil erhält man ein visuelles, leicht lesbares “Bild” der bevorzugten Denkstile einer Person.

HBDI® Profil: Die schwarze Linie zeigt Präferenzen, die strichlierte Linie Verhalten unter Druck

Das HBDI Profil als Metapher komplexer Denkpräferenzen

Die Bewusstmachung von Denkmustern anhand von Vereinfachungen gibt uns die Möglichkeit mentale Präferenzen und Denkstile zu erkennen, ohne dass diese in Kategorien wie “gut” oder “schlecht” eingeordnet werden. Es gibt nichts zu erreichen, oder zu verändern. Vielmehr werden Zusammenhänge klar und vormals unbewusst ablaufende Prozesse werden sichtbar.

Berufswahl und Denkpräferenzen

Hat jemand stark ausgeprägte Präferenzen im linken oberen und linken unteren Quadranten, diese stehen für Logik und Organisation, dann wird sich diese Person in technischen Berufen wohl fühlen. Auch wenn Organisationstalent, Planungsgeschick und Detailgenauigkeit gefragt sind, entspricht dies dann den eigenen Denkpräferenzen. Der Umgang mit Zahlen fällt leicht, diese Menschen werden als rational, sorgfältig und präzise wahrgenommen.

Ganz anders liegen Persönlichkeiten mit starker Ausprägung im rechten oberen Quadranten. Hier finden man menschen mit Freude an Innovation oder strategischem Denken. Sie werden gerne als phantasievoll oder abenteuerlustig beschrieben. Berufe in Kunst, Marketing, Werbung und Verkauf liegen hier zum Beispiel nahe.

Whole Brain® Thinking bedeutet alle Denkstile zu berücksichtigen

Das HBDI® als Kommunikationstool

Jede Form der Kommunikation wird idealer Weise an die Gruppe der Empfänger angepasst. Doch wie kann man abschätzen was “gut” ankommen wird? Meistens wird die Form der Vermittlung intuitiv entschieden, oder nach den eigenen Präferenzen. Zu Fragezeichen im Publikum kommt es, wenn vor einer Gruppe von Ingenieur*innen und Techniker*innen mit blumiger Sprache ein nur oberflächlicher Überblick gegeben wird. Hier wären Zahlen, Daten und Fakten gefragt. Umgekehrt kann man sein Publikum auch schnell mit Details überfordern und langweilen, wenn dieser Anspruch nicht besteht. Hat man anhand eigener Präferenzen gelernt Personen einzuschätzen, kann man den Schritt zum Whole Brain® Thinking machen. Man deckt also nach Möglichkeit alle Denkpräferenzen ab, die gerade gefragt sind.

Welche Auswertungen erhalte ich mit dem Einzelprofil?

Es stehen ein gedruckter Resultatebogen, als auch ein elektronisches Profil zur Verfügung. Gezeigt wird die Verteilung der Präferenzen, wie auch das Profil unter Druck. Weiters zeigt die Auswertung die bevorzugten Denkstile bei der Arbeit und Privat. Im genaueren Detail wird sichtbar, welche Attribute im jeweiligen Quadranten besondere Wichtigkeit haben. Eine beiliegende, ausführliche Broschüre erklärt das Model, das eigene Profil sowie Anwendungsmöglichkeiten und Auswirkungen. Es stehen mehrere Übungen zur Verfügung, um den Brückenschlag zu anderen Quadranten zu erlernen oder zu vertiefen. Die Erstellung des Profils ist also nur der Anfang auf der Reise zum Whole Brain® Thinking.

Das Thinker Portal bietet e-Learning und weitere Resourcen zum anfänglichen und vertiefenden Verständnis

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